Kleines Lexikon zur Tanz- und Bewegungstherapie

Ausdruckstanz

Der Ausdruckstanz sieht sich als eine spezielle Form des Tanzes, die individuelle Gefühle und Empfindungen durch besondere Bewegungen mitteilen will. Im Vordergrund steht dabei die künstlerische Interpretation, in der sich Körper, Geist und Seele verbinden.
 

Continuum Movement

ist eine Methode, die 1967 von Emilie Conrad in Kalifornien gegründet wurde und heilsame, sanft fließende (Wellen-)Bewegungen zum Ziel hat. Dadurch soll die ganzheitliche Körperwahrnehmung gesteigert werden. Blockaden und Spannungen lösen sich, gleichzeitig werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und die Sinne geschärft.
 

Entspannung

Tanz bietet nachweislich Entspannung. Denn während des Tanzens werden Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet, die helfen, Spannungen loszulassen und so Erschöpfung und Stress vergessen zu machen. Ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit stellt sich ein, macht Ruhe und Erholung Platz. Der Körper harmonisiert sich selbst.
 

Heilsame Bewegung

Über Bewegung lässt sich vieles ausdrücken, was über die Sprache kaum zu vermitteln ist. Innerste Empfindungen können ohne Worte nach außen getragen werden. Dabei wirken fließende Bewegungen z.B. aus dem Qi Gong und Continuum Movement unterstützend und entfalten ihr heilsames Potenzial für den Tanzenden/die Tanzende.
 

Holistische Tanz- und Bewegungstherapie (HTB)

Diese Tanztherapie ist eine körperorientierte, psychotherapeutische Methode. Sie nutzt Tanz und Bewegung als Medium für Heilungs- und Integrationsprozesse. Entwickelt wurde sie von der Tanztherapeutin Barbara Hundshammer. Ziel der HTB ist es, nicht nur die Entfremdung des Menschen von sich selbst, seiner Familie und der  Gesellschaft zu heilen (deren Folgen oft seelische und körperliche Erkrankungen sind), sondern auch die grundlegende Entfremdung von seiner natürlichen Mitwelt. Deshalb nennt sich dieser Ansatz »holistisch« (= ganzheitlich).
 

Joanna Macy

geb. am 2. Mai 1929, ist Autorin und Lehrerin für Buddhismus, Systemwissenschaften und Tiefe Ökologie. Ihre Stimme hat Gewicht in der Bewegung für Frieden, soziale Gerechtigkeit und den Schutz der Umwelt. In der Arbeit der »Tiefen Ökologie« engagierte sie sich in den letzten Jahren für ein umfassendes sozial-ökologisches Bewusstsein, das Körper, Geist und Seele umspannt und den Menschen zugleich in Einklang mit dem »Ganzen« bringt.
 

Körper, Geist und Seele

Alle drei Begriffe bilden jeweils eine Ebene für sich, das Bestreben des Menschen geht aber sowohl in philosophischer als auch psychologischer Hinsicht immer mehr dahin, diese drei Ebenen zu einer Einheit zu verschmelzen und so in jeder Hinsicht zu gesunden. Tanztherapien können hier optimal ansetzen, denn Tanzen macht frei und unbeschwert. Unter Anleitung geschulter Therapeuten kann das körperliche Befinden durch den Ausdruck von Emotionen in  heilsamen Bewegungen nachhaltig verbessert werden.
 

Körperwahrnehmung

Sie umfasst das bewusste Wahrnehmen von körperlichen und geistigen Zuständen und wird auch gerne als sechster Sinn bezeichnet. Dieser Sinn informiert uns, welche Wirkung bestimmte Kräfte auf Bewegungen haben. Dabei helfen Tastgefühl und Gleichgewichtssinn, vor allem aber auch sogenannte Tiefensensoren in Muskeln, Sehnen und Gehirn. Außerdem spielt das Gedächtnis für die Wahrnehmung des Körpers eine wichtige Rolle.
 

Kreativer Tanz

Er führt durch freie Bewegung (ohne festgelegte Schritte) zu Kreativität und Ausdrucksfähigkeit. Er soll durch spielerische, fantasievolle und vielfältige Bewegungsanregungen Lebensfreude und Energie stärken. Stress wird abgebaut, Burnout vorgebeugt, Selbstheilungskräfte werden aktiviert und das Selbstbewusstsein gefestigt.
 

Natürliche Bewegung

Die ursprünglich dem Menschen mitgegebene Fähigkeit der natürlichen Bewegungen wie Gehen, Laufen, Balancieren, Klettern, Schwimmen, Werfen und Tragen bildet den Mittelpunkt der Aktivierung des menschlichen Bewegungsapparates. Sie soll zudem möglichst in der freien Natur, bei Sonne und frischer Luft stattfinden und steht damit im Kontrast zum Fitnesstraining, etwa in einem Studio.
 

Tanz

Er ist ein inspirierter Bewegungsablauf, der zu Musik oder rhythmischen Geräuschen ausgeführt wird. Der Begriff ist dem altfranzösischen »danse« entlehnt, die weitere Herkunft des Wortes gilt als unsicher. Es gibt verschiedene Tanzformen, wie z.B. Gesellschaftstanz. Tanz ist aber auch eine Therapieform, eine Form sozialer Interaktion oder einfach ein Gefühlsausdruck.
 

Tönen

ist eine einfache und wirkungsvolle Form, den eigenen Stimmungs- und Tonraum auszuloten. Tönen und Tanzen gehen dabei oft Hand in Hand, da sie sich wunderbar ergänzen und gegenseitig in ihrer Qualität intensivieren. Der/Die Ausführende spürt deutlich mehr Lebensenergie und Lebensfreude.
 

Ulmentanz

Er ist ein Kreistanz mit relativ einfacher Schrittfolge, der rund um den Globus zu Vollmond ausgeführt wird, um Heilung in die Welt zu bringen und Solidarität mit allem Leben auf der Erde zu bekunden. Auch in Murnau klinken wir uns immer bei Vollmond um 20.00 Uhr in den weltweit getanzten Reigen ein; wir treffen uns im Park des Kultur- und Tagungszentrums Murnau.